Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“

Essen, Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Herten, Mülheim a.d. Ruhr, Oberhausen, Recklinghausen, Witten, Holzwickede

Stichworte:
Wasser
Hauptverantwortlich: Essen
Sonstige Beteiligte:

Emschergenossenschaft

Kurzprofil:

Ruhrgebietsstädte in Verbindung mit der Emschergenossenschaft

Regierungsbezirke Arnsberg, Düsseldorf, Münster

Anlass:

Die Kommunen der Emscherregion, die Emschergenossenschaft und das Land NRW bekennen sich zu einem gemeinsamen Engagement für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung in der Emscherregion, die den besonderen Anforderungen des demographischen Wandels und der Klimawandelanpassung entspricht.

2014 haben sie deshalb eine Absichtserklärung zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ unterzeichnet. Durch politische Beschlussfassungen und bilaterale Kooperationsvereinbarungen wurden hierzu konkrete Schritte und Maßnahmen vereinbart.

Unterschiedliche und möglicherweise konkurrierende Ansprüche von Stadtentwicklung und Wasserwirtschaft bedingen eine ganzheitliche Sichtweise, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die Chancen, Gestaltungsoptionen und Investitionsmöglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung zu verbessern und begrenzte Ressourcen effektiver zu nutzen.

In einer Kultur des Dialogs mit Partnern aus Wirtschaft und Bürgerschaft werden die entwickelten Leitbilder verfolgt und die Identifikation und Verbundenheit aller Beteiligten mit unserer Region gestärkt. In interkommunalen Netzwerken werden unterschiedliche Anliegen rund um das Thema bearbeitet. In den Leitbildern hierzu nimmt Wasser eine Schlüsselrolle ein.

Ziel:

Die Zukunftsinitiative „Wasser

in der Stadt von morgen“ basiert auf den Bausteinen

  • Kooperation
  • Wissens- und Erfahrungsaustausch
  • Projektumsetzung

Die Anliegen der 

Stadtentwicklung und Wasserwirtschaft mit ganzheitlicher Sichtweise, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die Chancen, Gestaltungsoptionen und Investitionsmöglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung werden hierzu fachübergreifend Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den kommunalen Verwaltungen folgen diesen Bausteinen.

Wesentlicher Bestandteil war die Schaffung eines Maßnahmenplanes 2020+ der von der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“, der 2014 initiiert wurde.

Die Projektbeteiligten haben erkannt, dass die Zukunft in lebendigen und lebenswerten Städten mit attraktiven und multifunktionalen grün-blauen Infrastrukturen liegt. Diese gewinnen für die Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung. Bedingt durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse und Hitzeperioden in ihrer Häufigkeit und Intensität zu. Die Städte stellt dies vor besondere Herausforderungen und eröffnet zugleich Chancen, Stadträume gesundheitsförderlich und nachhaltig zu gestalten. Erforderlich ist ein gemeinsames und zügiges Handeln.

Die Planungs-, Bau- und Umweltdezernenten der Emscherkommunen und der technische Vorstand der Emschergenossenschaft werden dies sichtbar machen und stellen mit dem Maßnahmenplan 2020+ weitere Weichen. Er enthält aus der Arbeit der Experten-Netzwerke der Zukunftsinitiative konkrete Vorhaben in drei Bereichen:

  • Entwicklung nachhaltiger Zukunftsstrategien
  • Produkte und Dienstleistungen, u.a. für vernetztes und kooperatives Verwaltungshandeln
  • Gestaltung von Plattformen für den Wissens und Erfahrungsaustausch
Umsetzung:

Nachfolgenden Ergebnisse wurden in den vergangenen Jahren erarbeitet:

  1. Eine Strategie zur Dachbegrünung wurde bis Ende 2018 in den Räten der Kommunen zur Beschlussfassung vorgeschlagen. Man strebt dabei ein gemeinsames regionales Vorgehen an und will durch gleiche Rahmenbedingungen ein Zeichen gegenüber Eigentümern und Investoren setzen und diese zum Handeln motivieren. (Dortmund)
  2. Die Erstellung einer Arbeitshilfe für Wassersensibilität in der Bauleitplanung bis Ende 2018. Diese wird in den zuständigen Fachausschüssen aller Kommunen zur Beschlussfassung gebracht. Man will mit Blick auf die Bedeutung von Wasser für heutige und künftige Generationen regionsweit gemeinsam handeln und die Arbeitshilfe entsprechend anwenden.(Essen)
  3. Bis Ende 2018 wurden im kommunalen Alltag erprobte Handlungsempfehlungen für eine gesundheitsförderliche Stadtentwicklung mit grün-blauer Infrastruktur vorgelegt und anschließend unseren kommunalen Gremien vorgestellt. (Oberhausen)
  1. In der sog. „Phase Null“, d. h. die Konzeptphase von Vorhaben, in den Verwaltungen der Projektbeteiligten wird zukünftig fachbereichsübergreifend eine Betrachtung durchgeführt, um integrales Planen von Beginn an sicherzustellen. (Gladbeck)
  2. Bei Neuaufstellungen von Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepten (ISEK) wird auf die Möglichkeiten für eine nachhaltige, lebenswerte Quartiersentwicklung mit Wasser geachtet. (Gelsenkirchen)
  1. Es wurden konkrete Vorgehensempfehlungen zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels in den Städten Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen vorlegt und diese als Grundlage für ein gemeinsames regionales Konzept in den Austausch gebracht. (Castrop-Rauxel)
  1. Bis Ende 2018 wurde ein Fahrplan mit konkreten Meilensteinen für die Entwicklung und Umsetzung weiterer Zukunftsstrategien und integraler Projektein allen Kommunen erarbeitet. Dabei wurde eine Kommunikationsstrategie erstellt. (Bochum)
  1. Es wird ein Wissenstransfer in der Region u. a. über die Experten-Netzwerke und das Experten-Forum der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ fortgesetzt und auch darüber hinaus der Fachwelt angeboten. Die Erfahrungen der Projektbeteiligten werden auch anderen Regionen und Kommunen zur Verfügung gestellt. (Emschergenossenschaft)

Die Stadtkoordinatoren bilden dabei das „Gesicht“ der Zukunftsinitiative innerhalb ihrer Kommune. Ein jährliches Dezernententreffen sorgt für Austausch und Verständigung auf der Führungsebene, die ihrerseits ebenfalls die Verankerung von Leitlinien in Verwaltung und Politik verfolgt. Konkrete Projekte sind zum Beispiel die Wohnumfeldverbesserung durch Regenwassermanagement im Mehrgenerationenquartier Johanniskirchgärten in Essen, der Niederfeldsee mit seinen „Neuen Wegen zum Wasser“ – mehr Lebens- und Wohnqualität in Essen-Altendorf oder die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, Wohnumfeldgestaltung und Gebäudesanierung in Dortmund (Scharnhorst-Ost),sowie eine attraktive Grünverbindung mit markanten Wasserelementen im neue Universitätsviertel in der grünen Mitte in Essen.

Finanzierung:

Fördermittel des Landes, MULNV

Rechtsform:

Kooperation über die Emschergenossenschaft als Mitglieder

Zusammenarbeit seit:

2014

Kontakt:
Stadt Essen
Lindenallee 68
45121 Essen
0201-8869000
0201-8869140
www.wasser-in-der-stadt.de
Emschergenossenschaft
Kronprinzenstraße 24
45128 Essen
0201-1043259

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